Freitag, 8. November 2013

Gestörtes Salz/Hefe-Verfahren

Gestern war mal wieder so ein Tag...... ....angefangen hatte es schon vorgestern Abend, da hatte ich nämlich diese Seite entdeckt: www.der-sauerteig.com/ Und ein wenig darin herumgestöbert. Eigentlich geht es da ja um Sauerteig, aber dann fand ich auch etwas über Hefeteig: Hefeteig

Hefe und Salz müssen möglichst auseinander gehalten werden hatte ich gelernt. Aber auch schon mal was über ein Salz/Hefe-Verfahren gelesen. Und nun eben auch hier. Geniale Backwerke sollen dabei herauskommen!

Gestern musste ich zum Werk. Es ging darum das wir einen neuen Schichtplan bekommen in den Samstag und Sonn- tag fest eingeplant sind. Zuvorkommender Weise dürfen wir zwischen zwei Versionen wählen, und zwar anonym, per Stimmzettel. Da ich zur Zeit Urlaub habe wurde ich am Dienstag Nachmittag angerufen, und mir mitgeteilt dass ich bitte bis einschließlich Donnerstag vorbei kommen möge um an der Wahl teil zu nehmen. 

Das passte mir zwar gar nicht, aber da ich mich nicht ausschließen wollte fuhr ich also gestern hin. Vorher rührte ich aber die auf der Seite angegebene Salz/Hefe-Wassermischung zusammen. Die soll ja dann eine Weile stehen, bei meiner Rückkehr konnte dann der nächste Schritt erfolgen.

Also fuhr ich zum Werk. Im "Wahlbüro" angekommen begrüßte ich meine Kollegen und verlangte den Stimmzettel für dessen Abfertigung ich extra gekommen war. Unter grölendem Gelächter wurde mir mitgeteilt das die Wahl schon vo- rüber sei und die Stimmzettel schon ausgezählt. Ich war erst mal geplättet. Dann entrutschte mir ein Verd..... Sch....., ich drehte mich um und machte mich auf den Heimweg. Eigentlich wollte ich noch ein wenig bleiben, und mit den Kol- legen und Vorgesetzten reden, aber das war mir jetzt einfach zu blöd!

Zu Hause angekommen fügte ich Mehl und Olivenöl zu meiner angesetzten Mischung und verrührte und verknetet das Ganze. Die Wut, die ich immer noch im Bauch hatte, half mir dabei sehr! Anschließend stellte ich den gekneteten Teig abgedeckt beiseite. 

Zu Mittag sollte es Pizza geben! Dazu wäre der Teig zwar geeignet, aber er sollte ja lange gehen, und es war ja auch erst mal ein Test. Also stellte ich nun noch einen Pizzateig nach bewährtem Verfahren her. Der musste allerdings auch erst mal gehen, und nachdem das passiert, und der Teig ausgerollt, belegt und in den Ofen verfrachtet worden war, schaute ich mir meinen Probeteig an. Der war tatsächlich schon hervorragend aufgegangen. Ich beschloss kurzfristig schon mal Brötchen zu formen und die dann noch weiter aufgehen zu lassen. 

Das tat ich also! Beim Formen des letzten Brötchens klingelte das Telefon. Mein Werk! Ich hatte einen Termin in der Personalabteilung, von dem ich nichts wusste da ich Urlaub hatte. Nun saßen die Herren von der Personalabteilung, Betriebsrat und Betriebsleitung da und warteten auf mich, um mit mir nun über meine Erkrankung und den weiteren betrieblichen Werdegang zu reden.

Also deckte ich meine Brötchen zu und ließ mich eilends von meiner Frau zum Werk kutschieren. So konnte ich direkt vor dem Werkstor aussteigen und hatte mir den langen Weg vom Parkplatz her gespart. Nun gab es also dieses Ge- spräch. Eigentlich war ja schon alles geregelt, aber dieses Gespräch sollte alles offiziell machen. Das wurde auch ge- tan, dauerte seine Zeit, danach ging es noch kurz durch die Stadt, und so hatten meine Testbrötchen genug Zeit sich zu entfalten.

Das hatten sie auch getan. Es waren zwar von der Teigmenge her eher kleine Brötchen, aber sie unterschieden sich kaum von der Größe die meine normalen Brötchen sonst haben. Also kamen sie nun endlich in den Ofen, vorher wurden sie noch in verschiedener Weise bestreut. Das Ergebnis sah schon mal ziemlich lecker aus.....


...und schmeckte dann auch so. Die besten Brötchen die ich je gebacken hatte, innen locker und außen knusprig.

Das Lochblech, auf dem die Brötchen gebacken wurden hat mir übrigens meine Frau spendiert und hatte bei diesem Backversuch auch erfolgreiche Premiere!

Ein total überzeugendes Backerlebnis also. Und schon gestern Abend setzte ich die nächste Salz/Hefe-Wasser- mischung an. Meine Frauen stehen auf Käsebrötchen, also sollte es dieses mal ein Blech nur mit Käsebrötchen sein. Dabei rechnete ich die Zutaten so um, dass meine normal üblichen Teigmenge je Brötchen zustande kam. Heute Morgen kam dann wieder Mehl und Öl zur Mischung, alles durfte zwei Stunden gehen und anschließend wurden die Brötchen geformt. Dieses mal völlig ohne Störung! Die Brötchen durften dann auch noch drei Stunden gehen, wurden mit Streukäse bestreut und gebacken. Hier sind sie unsere genialen, genial leckeren Käsebrötchen:


Beim nächsten Mal werde ich es aber mit Käsescheiben probieren, statt mit Streukäse. Der Streukäse blieb schlecht auf den oben runden Brötchen liegen und an den Seiten haftete er schon gar nicht. 

Das Salz/Hefe-Verfahren hat mich also wirklich überzeugt. Was ich noch vergaß zu erwähnen: Es wird dabei ja wesent- lich weniger Hefe genommen als beim normalen Verfahren, also schmeckt die Hefe auch nicht durch und/oder belastet den Magen.

Kommentare:

  1. Hallo Hans,

    den Termin hätte ich auf jeden Fall platzen lassen. Wo gibt es denn so etwas, dass man seinen Urlaub für ein Gespräch unterbrechen soll? Du wurdest ja quasi schon verarscht als sie Dich zum Wählen kommen ließen, die Wahl aber schon vorbei war. Was ist das denn für ein Verein? Ich kann mir auf jeden Fall vorstellen, wie wütend Du warst!

    Wenigstens wurdest Du entschädigt mit Deinen Brötchenkreationen. Die sehen wirklich sehr lecker aus, einfach zum reinbeißen.

    Liebe Grüße, Kathy

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Kathy,

      ja eigentlich hätte man den Termin platzen lassen sollen, aber es ging da um Dinge die ich auch gerne geklärt haben wollte.

      Ja, meine Backereien entschädigen mich für so manches. Da kann ich so agieren wie ich es möchte.

      Auf dem Werk habe ich gerade etwas Probleme, da einige meinen dass ich nun genau so weiter machen soll wie vorher. Jedes Wochenende arbeiten, Überstunden, kurze Wechsel (von Mittagschicht auf Frühschicht am nächsten Tag), sämtliche schwierigen Probleme sind für mich, usw.!

      Jedenfalls so lange bis ich dann endgültig in die Grube gesenkt werde, dann muss man sich halt anders behelfen!

      Naja, so sind sie halt. Und sind im Moment etwas schockiert, weil sie mich in meinen Reaktionen nicht wieder erkennen.

      Liebe Grüße, Hans

      Löschen