Dienstag, 28. Oktober 2014

Neues zu den Schulterproblemen

Heute war es endlich soweit, mit der beim MRT erhaltenen CD und dem Befund den meine Hausärztin erhalten, und für mich kopiert hatte, besuchte ich einen Orthopäden. Da ich keinen Termin hatte sollte es sehr lange dauern. Ich hatte es mir aber kaum im Wartezimmer gemütlich gemacht, da wurde auch schon mein Name aufgerufen. Der Arzt war auch sofort da, und zeigte mir anhand der auf der CD enthaltenen Bilder die Beschädigungen in meiner Schulter.

Ohne seine Erklärung hätte ich da gar nichts gesehen und auch anhand dieser Erklärung war mir nicht alles klar. Aber so wie ich es verstanden habe gibt es da Abnutzungen, die im Laufe der Jahre entstanden sind, sowie akute Probleme die jetzt durch die Überlastung beim Umzug und der Entrümpelung meines Elternhauses entstanden sind.

Ich bekam Cortison ins Gelenk gespritzt, das aber laut Aussage des Arztes nur lindern kann, endgültige Schmerzfrei- heit, sowie normale Beweglichkeit, soll nur eine Operation erbringen.

Das sind natürlich keine schönen Aussichten, besonders da ich im letzten Jahr ja schon eine Operation hinter mich ge- bracht habe. Im Moment mag ich gar nicht daran denken und konzentriere mich drauf durch Schonung, und mit Hilfe des Cortisons, wieder einen guten Zustand herbei zu führen. Wobei Schonung natürlich nicht bedeutet das ich das Gelenk gar nicht benutze, sondern keine schweren Dinge mehr hebe und trage. Außerdem meide ich die Bewegungen  die schmerzhaft sind, denn da werden die betroffenen Stellen zusätzlich gereizt.

In vier Wochen soll ich wieder beim Orthopäden vorstellig werden. Ich hoffe dass sich bis dahin einiges gebessert hat. Das Thema Operation weise ich jedenfalls erst mal weit von mir. Bei Operationen kann viel passieren und ich werde lieber einiges an Schmerzen ertragen ehe ich mich "unters Messer lege".

Natürlich gehen mir nun die Gedanken durch den Kopf wie das passieren konnte und was ich hätte besser machen können. Die langfristigen entstandenen Schäden habe ich mir sicher auch bei meiner Arbeit im Stahlwerk geholt, aber so richtig schwer habe ich auf unserem Grundstück gearbeitet. Wobei wohl hauptsächlich meine Tätigkeit als Holzfäller als Ursache anzusehen ist.

Mein Vater, aber auch meine Schwestern habe unzählige kleine Baum-Setzlinge auf unseren 4300 Quadratmeter großem Grundstück ausgepflanzt. Aus diesen wurden natürlich im Lauf der Zeit richtige Bäume, und unser Grundstück zu einem Wald. Das war natürlich nicht optimal, und störte auch meine Mutter, die sich beklagte dass es keinen Sonnenschein mehr auf dem Grundstück gibt und alles im Schatten liegt. Zu dieser Zeit hatte sie noch einen kleinen Garten in dem sie Gemüse und Blumen zog. Da dieser Garten aber ständig im Schatten lag wuchs das alles nicht so richtig.

Mein Vater war inzwischen Frühinvalide und konnte nichts mehr machen. Und so wurde der Sohn zum hauptamtlichen Holzfäller. Die Bäume mußten gefällt werden, die Wurzelstöcke ausgegraben, und das alles mühevoll zu Brennholz gespalten, zersägt und gehackt werden. Alles sehr mühselig und den Körper belastend. Besonders die Rucke die bei der Arbeit mit Axt, Spaltaxt, Vorschlaghammer und Keilen durch den Körper gingen. 

Das Brennholz war meinen Eltern sehr wichtig, da im Haus noch mit Kohleöfen geheizt wird. Trotz des Namens wurde aber auch viel Holz verbrannt, da es ja nichts kostete. Und so mußte der Sohn dafür sorgen das immer genug Holz als Heizmaterial zur Verfügung stand.

Bei so einer Arbeit traten dann zum ersten mal die Schmerzen in meiner Schulter auf, die mich ab da immer wieder mal geplagt haben, und die bei Weitem nicht die einzigsten, sondern nur eben die schlimmsten sind.

Das alles führte also zu den Abnutzungserscheinungen in meiner Schulter, und in geringerem Maße auch anderen Gelenken und am Knochengerüst, und den damit verbundenen Schmerzen.Das hatte ich aber über all die Jahre relativ gut im Griff. Wenn es ganz schlimm wurde half eine Spritze, im Allgemeinen kam ich aber mit verschiedenen Salben ganz gut zurecht.

Dann kam aber der Krisenfall. Wir mußten, wie man so sagt: Knall auf Fall, mein Elternhaus verlassen und alles was uns gehörte aus dem Haus räumen. Da hatte sich so einiges angesammelt, und so mußten wir, immer wieder aufs heftigste vom Rest der Familie gedrängt, mehrere Wochen lang täglich schwere Arbeit leisten. Wobei ich natürlich die schwerste Arbeit von meiner Frau und Tochter fern gehalten habe und diese selbst verrichtet habe.

Schmerzen, die im ganzen Körper und eben besonders in der schon vorgeschädigten Schulter auftraten, ignorierte ich. Nicht weil ich auf das Treiben meiner Familienglieder direkt reagierte, sondern weil ich es endlich hinter mir haben wollte. Um endlich Ruhe zu haben, um mich mal wieder meinen Hobbys widmen zu können, aber auch um endlich daran zu gehen unsere neue Wohnung  weiter wohnlich zu gestalten.

Das war leider bisher viel zu kurz gekommen, und so wird es wohl auch jetzt noch eine Weile bleiben. Im Moment kann ich noch nicht mal Bilder aufhängen, da ich den rechten Arm dazu nicht hoch genug angehoben bekomme.

So habe ich nun erst mal Schonzeit, eine erzwungene und nicht gewollte. Aber ich versuche das Beste draus zu machen. Immerhin kann ich noch Laufen und meine Kameras sind nicht all zu schwer. Auch das Schreiben in diesem meinem Blog fällt mir nicht all zu schwer, und seit ich die unguten Verhältnisse hinter mir gelassen habe fließen auch die Gedanken wieder frei und ungestört vom Kopf über die Tippfinger in den Blog.

Kommentare:

  1. Hallo Hans,

    mach Dich nicht verrückt und wie Du schon sagtest, lass es sein mit der Operation. Das wird schon wieder, glaube mir. Man hat mir die gleiche Diagnose gestellt und ich hätte schon vor vielen Jahren operiert werden sollen. Darauf hin wechselte ich den Orthopäden und der neue Arzt hat mir auch von der Operation abgeraten. Heute habe ich keine Probleme mehr damit. Aber die Schmerzen damals, die waren schlimm.

    Was Du da von der vielen Arbeit auf Eurem Grundstück schreibst, das klingt bitter. Du hast Dich körperlich und wahrscheinlich auch seelisch völlig verausgabt und zum Schluss jagen sie Euch noch aus dem Haus. So zumindest hört es sich für mich an.

    Die Verwandtschaft kann man sich nicht aussuchen! Freunde dagegen kann man sich selbst aussuchen. Nimm es nicht so schwer und schaue nach vorn. Genieße mit Deiner Frau die Tage und vergesst die bucklige Verwandschaft. Es ist traurig, ja aber ihr könnt auch ohne sie gut leben. Ich habe auch viele Geschwister und kaum mehr Kontakt zu ihnen. Der letzte Abgang meiner Schwester und ihres Mannes hier bei uns, der war unglaublich. Sie sind ein paarmal im Jahr gekommen und haben hier alles durcheinander gebracht und sich aufgeführt als wären sie die Hausherren. Nun ist Ruhe und wir leben frei und so, wie wir wollen.

    Du siehst, überall gibt es etwas, das man sich aber nicht antun muss.

    Ich wünsche Euch alles Gute und Dir gute Besserung!

    Liebe Grüße, Katharina

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  2. Hallo Katharina,

    die Spritze schlägt anscheinend gut an, die Schmerzen haben schon stark nachgelassen. An eine Operation denke ich schon gar nicht mehr. Allerdings ist meine Freude über die guten Fortschritte gleich wieder beeinträchtigt worden. Ich war heute endlich mal beim Optiker, weil ich mir eine neue Brille für die Arbeit anfertigen lassen wollte. Das kostet mich nichts, das Formular dazu habe ich schon eine Weile hier liegen.
    Beim Optiker wurde erst ein Sehtest durchgeführt. Die Dame die den Sehtest durchführte brach den aber plötzlich ab, und teilte mir mit dass sie mir leider keine Brille verkaufen könne. Der bisherige Test habe gezeigt das etwas mit meinen Augen nicht in Ordnung ist und ich einen Augenarzt aufsuchen muss. Wer weiß was da wieder auf mich zukommt. Du weißt ja was man da für Kummer haben kann.

    Ja, das mit dem Grundstück hast du gut erkannt. Ich war auf der Arbeit extrem eingespannt, habe dann einen großen Teil meiner knappen Freizeit mit Arbeit an Haus und Grundstück verbracht. Ich bin dabei oft an meine Grenzen oder sogar darüber hinaus gegangen. Es war aber nie genug. Die Erwartungen die an mich gestellt wurden, sowie die Pflichten die mir vorgehalten wurden, hätten genügt um eine ganze Armee zu beschäftigen, dagegen nahm sich das was ich geschafft hatte sehr winzig aus. Und so kann man, obwohl ich aus eigenem Antrieb gegangen bin, doch sagen dass ich, bzw. wir, vertrieben wurden.

    Es belastet mich nicht mehr, aber weil ich ein großer Grübler bin und gerne das Verhalten meiner Mitmenschen beobachte und auswerte, denke ich halt doch, jetzt mit Abstand, immer wieder darüber nach und wundere mich oft darüber.

    Meine Schwestern tun das alles wahrscheinlich noch nicht mal aus einer bösen Absicht heraus, und fühlen sich sogar von mir schlecht behandelt und im Stich gelassen. Das liegt meiner Ansicht daran dass sie, ich muß es einfach mal so sagen, ziemlich dumm sind. Sie können einfach nicht sehr weit denken und es gar nicht begreifen was ich alles tue und was sie mir antun.

    Das tut mir zwar leid für sie, aber trotzdem kann ich mir nicht von ihnen mein Leben zerstören lassen. Nicht mehr jedenfalls. Ich habe es viel zu lange geschehen lassen und hätte schon längst einen Schlusspunkt ziehen sollen.

    Jetzt geht es uns besser und das soll auch für den Rest des Lebens so bleiben. Denn man hat ja nur eins, und wie schnell es enden kann hat mir meine Erkrankung im letzten Jahr gezeigt. Ich habe großes Glück gehabt, und so bin ich immer noch da. Und dieses Glück werde ich jetzt genießen.

    L. G., Hans

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